1907 – 2007: Hundert Jahre SG Hellertal Neunkirchen/Zeppenfeld

Das junge, alte Geburtstagskind SG Hellertal Neunkirchen/Zeppenfeld blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück. Entstanden ist es im Jahre 1972 aus dem Zusammenschluss der beiden Freier Grunder Vereine SV Hellertal Zeppenfeld und FSV Neunkirchen. Beide Vereine haben eine spannende, wechselhafte Geschichte aufzuweisen. Auch wenn der Focus der SG Hellertal in die Zukunft gerichtet ist, so soll doch bei einem solchen Jubiläum ein Blick in die Vergangenheit erlaubt sein. Nur, wenn man seine Geschichte kennt, kann man seine Zukunft gestalten. Und die Väter und Macher der Vereine haben eine Würdigung ihrer Leistungen verdient. Die nachfolgende, zugegebenermaßen stark verkürzte Geschichte der SG Hellertal Neunkirchen/Zeppenfeld e.V. ist ihnen gewidmet, all denen, die sich nicht von Problemen und in schweren Zeiten von scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten davon abhalten ließen, dem schönsten Sport der Welt in Neunkirchen und Zeppenfeld eine Heimat zu geben. Und die damit hunderten, ja tausenden jungen Menschen ermöglichten, die schönste Nebensache der Welt zu betreiben.

Die Gründerjahre nach der Jahrhundertwende

Man schreibt das Jahr 1907. Im Vereinigten Königreich regiert König Eduard VII., in Österreich-Ungarn Kaiser Franz Joseph I. und im Deutschen Reich hält Kaiser Wilhelm II. das Zepter in der Hand. Im Siegerland gibt es eine große Anzahl Gruben, die neben Eisen- auch Blei-, Silber- und andere Metallerze fördern. Viele Männer verdienen sich das tägliche Brot mit harter Arbeit beim Bergbau. Nach der Knochenarbeit an 6 Tagen in der Woche –die Arbeitsstelle erreicht man in der Regel zu Fuß- wartet insbesondere im Sommer die anstrengende Landwirtschaft auf die Männer, denn das eigene Feld, der Garten, die Wiese hat eine große Bedeutung für das Leben und Überleben der Familien. Und auch das Brennholz muss angeschafft werden, deshalb geht es im zeitigen Frühjahr in den „Hauberg“.
Um so erstaunlicher und bewundernswerter aus heutiger Sicht sind die Initiativen zu bewerten, einen „Fußballverein“ zu gründen Denn viel Freizeit gab es nicht, und der Fußball war noch ein eher exotischer Sport, erst seit 1903 wurde eine deutsche Fußballmeisterschaft ausgetragen. Erster deutscher Fußballmeister wurde am 31. Mai 1903 der VfB Leipzig mit einem 7:2-Sieg gegen den DFC Prag (!). Ab 1909 wurde in Deutschland mit dem „Kronprinzenpokal“ der erste Fußball-Pokalwettbewerb ausgetragen. Er wurde ausgespielt von den Auswahlmannschaften der regionalen Fußballverbände, war also so etwas wie der Ur-Ur-Großvater des späteren Länderpokals. Erster Pokalsieger wurde übrigens 1909 der Mitteldeutsche Fußballverband (gegr. 1900), der im Endspiel den Verband Berliner Ballspielvereine (VBB) mit 3:1 schlug. Das erste Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft fand am 5. April 1908 in Basel gegen die Schweiz statt, die Schweiz gewann mit 5:3. Die Zeitungen haben sicher über solche sportlichen Ereignisse berichtet, doch Fernseher gab es nicht und Rundfunkempfänger standen auch nicht in allen Haushalten. Die Medienpäsenz war an heutigen Maßstäben gemessen eher gering, und trotzdem faszinierte der neue Fußballsport besonders die jungen Menschen auch in unserer ländlichen Gegend. Es wird bestimmt eine Menge ablehnender Stimmen in Neunkirchen und Zeppenfeld gegeben haben, die diesem Quatsch, bei dem man „nicht nur die Schuhe, sondern auch die Wiesen kaputt macht“ keine lange Zukunft prophezeiten. Doch die fußballbegeisterte Jugend ließ sich nicht beirren und gründete 1907 in Neunkirchen den Fußballverein „Spiel und Sport Neunkirchen“. Man wählte die Vereinsfarben gelb-schwarz, die sich bis in unsere Zeit hinüber gerettet haben. Das erste Spiel des jungen Vereins soll gegen Betzdorf aus­getragen worden sein. Leider sind genaue Angaben über die ersten Aktivitäten, die Vereinsgründer sowie Vorstandsmitglieder nicht mehr vorhanden. Wohl aber sind die Namen einiger Spieler bekannt, wovon einige ge­wiss auch als Gründer dabei gewesen sind: Karl Henrichs, Herbert Ermert, Willi Ermert, Paul Spies, Paul Dick, Willi Gläser. Neben dem SuS entstanden auch noch andere Fußballteams in der Gemeinde, wahrscheinlich als mehr oder weniger unorganisierte Straßenmannschaften. So sind zum Beispiel die Namen „Victoria Neunkirchen“ (Honggasse = Hochstraße) und „Germania Neunkirchen“ (Ahle Hödde = Alte Hütte) überliefert, doch deren Spur verliert sich ebenso schnell, wie die Namen auftauchten.
Auch in den Nachbarorten läuft die Dorfjugend hinter einem meist improvisierten Ball her, und versucht mehr Tore zu erzielen als die gegnerische Mannschaft. In den Anfangsjahren des Fußballsports haben wohl Technik und Taktik eine geringere Rolle gespielt als Kraft und Schnelligkeit. Wer den Ball möglichst hoch und weit schießen konnte, war ein guter Spieler. In Zeppenfeld dauerte es auch nur noch bis zum August 1909, bis sich ein paar vom Fußballfieber Befallene zusammen taten, um einen Verein zu gründen, dem man den Namen „FC Hellertal Zeppenfeld“ gab. im Kassenbuch von 1909 sind 22 Männer genannt, die von Anfang an dabei waren: Willi Schöwe, Ernst Schöwe, Ewald Schmidt, Otto Schreiber, Bernhard Schmidt, Ernst Schmidt, Robert Leicht, Friedhold Lichtentäler, Hermann Bieler, R. WeIler, R. Zepter, Hermann Leicht, Robert Leicht, Ewald Bernshausen, Paul Edelmann, Heinrich Otterbach, Rudolf Weber, Fritz Edelmann, Carl Petri, Ernst Reusch, Lebrecht v. Reichenau und Paul Giebeler. Die weiter aufgeführten Karl Schreiber, Albert Fey, Arnold Jud, Ernst Petri, Carl Edelmann und Wilhelm Edelmann kamen erst später zum Verein, denn wie in den Un­terlagen ersichtlich, zahlten sie im November 1909 zusätzlich zu dem Monatsbeitrag von 10 Pfennig ein Eintrittsgeld von je 50 Pfennig. Sie zählen aber mit zu den Männern der ersten Stunde. Wer von den Genannten der eigentliche Vereinsgründer bzw. Initiator der Vereinsgründung ist, lässt sich leider nicht mehr feststellen. Die Gründung selbst soll, laut einem Brief von Otto Schreiber, in Friedrich Knipp‘s Rasierstube in der Lindenstraße erfolgt sein. Das erste Trikot der Zeppenfelder war grün, mit einem rot-weißen Querstreifen. Hinzu kamen –aus heutiger Sicht wohl eher zum Schmunzeln- weiße Zipfelmützen! Die grün-weißen Vereinsfarben aber hatten Bestand bis in die heutige Zeit. Sowohl die Neunkirchener als auch die Zeppenfelder Fußballer bestritten in den ersten Jahren ihres Bestehens ausschließlich Freundschaftsspiele, das erste Spiel des FC Hellertal Zeppenfeld fand 1909 –natürlich- gegen den Nachbarn Spiel und Sport Neunkirchen statt. Doch die Mannschaften beider Vereine stellten sich auch Gegnern jenseits der örtlichen Region, bis im Jahre 1914 der erste Weltkrieg dem organisierten Fußballsport in Neunkirchen und Zeppenfeld ein jähes Ende bereitete. Sieben Gründungsmitglieder des FC Hellertal kamen aus diesem Krieg, der so viel Leid, Elend und Tod über die Welt brachte, nicht zurück.

Zwischen den Kriegen

Erst 1918/19 ging es mit dem Vereinsleben weiter. Der SuS Neunkirchen bestritt bereits 1918 wieder sein erstes Spiel und gewann mit 5:1 gegen die Sportfreunde aus Daaden. 1920 gab es eine Zäsur in der Geschichte des SuS Neunkirchen: Die Vereinsführung traf sich mit Salchendorfer Fußballspielern und gründete den Nachfolgeverein „Freier Grunder Spielverein 20 e.V.“, Vorsitzender wurde der Friseurmeister Paul Sauer aus Neunkirchen. Man gab sich eine Satzung und schloss sich dem Fußballverband an. Fortan wurden auch Meisterschaftsspiele ausgetragen, wobei man der Gauliga Betzdorf angehörte, also hauptsächlich gegen Mannschaften aus dem jetzigen Kreis Altenkirchen spielte. Obwohl die Mannschaft durchaus spielstark gewesen sein muss, geht diese Ära des Neunkirchen-Salchendorfer Zusammenschlusses bereits etwa 10 Jahre später wieder zu Ende. Hauptgrund für die Aufkündigung der Zusammenarbeit war wohl das Sportplatzproblem. In den Gründerjahren des Vereins trug man die Spiele noch auf der Hirtenwiese aus, die Tore wurden aus Bohnenstangen und Seil improvisiert. Doch für einen geregelten Spielbetrieb reichte das natürlich nicht aus. Der FSV 20 e.V. war der einzige Ligaverein ohne eigenen Sportplatz und musste seine Heimspiele in Altenseelbach auf dem Ziegeleiplatz oder in Eisern auf der Schränke, natürlich gegen eine „Nutzungsgebühr“ bestreiten. Am 20.12.1930 fand die Auflösungsversammlung der Neunkirchen - Salchendorfer Fusion statt, ein bereits am nächsten Tag angesetztes Freundschaftsspiel gegen Hamm verlor die Neunkirchener Mannschaft (ohne die Salchendorfer Spieler) prompt mit 0:16! Doch der FSV fing sich schnell, und das erste Meisterschaftsspiel im Januar 1931 gewann man gegen Wahlbach mit 4:1. Auch das Lokalderby gegen die einstigen Mitstreiter aus Salchendorf konnte man mit 4:1 für sich entscheiden.
In Zeppenfeld nahm der FC zum 1. Mai 1919 mit 44 Mitgliedern seine Aktivitäten wieder auf. Es dauerte allerdings bis zum Jahre 1929, bis sich die Zeppenfelder entschlossen, dem Westdeutschen Spielverband beizutreten und um die Meisterschaft mit zu spielen. Bis dahin bestritt man Freundschaftsspiele und nahm an zahlreichen Sportfesten und Fußballturnieren teil. Das war allerdings recht kostspielig, denn auch zur damaligen Zeit mussten jeweils Startgebühren entrichtet werden. In der Vereinskasse herrschte jedenfalls in den zwanziger Jahren ständig „Ebbe“, zeitweise war nicht einmal Geld vorhanden, einen Ball oder auch nur eine Ballblase (2,50 Mark) zu kaufen. Eine besondere Situation gab es 1923, als sich der FC Hellertal für ein Sportfest in Holzhausen anmeldete. Während früher die Meldegebühren durchweg bei etwa 30 Mark lagen, musste in Folge der Inflation nun 15.000 Mark auf den Tisch gelegt werden. Nicht nur das, wenige Tage später musste man nochmals 45.000 Mark nachschießen! Kein Wunder also, dass das Kassenbuch im Jahre 1923 mit dem Satz schließt: „Infolge Inflation Geld ungültig“, und die Aktivitäten erst im Folgejahr wieder aufgenommen wurden. 1929 schloss sich der FC Hellertal dem Westdeutschen Spielverband an. Ebenso wie die Neunkirchener Nachbarn gehörte man zur Gauklasse Betzdorf und spielte fortan auch um Punkte und Meisterschaft. Anders als die Freier Grunder Spielvereinigung 20 e.V. spielte der FC Hellertal Zeppenfeld schon früh auf „eigenem Platz“. In den Anfangsjahren trug man die Spiele noch auf einer Wiese „Auf der AU“ aus, die notdürftig präpariert wurde, indem man vor dem Spiel die Torpfosten in den weichen Wiesengrund rammte und nach dem Spiel wieder entfernte. Doch in der Nähe der „Hermes Schläfe“ baute man unter Mitwirkung aller Mitglieder einen Fußballplatz, der zwar klein und nicht ganz eben war, aber auf dem der FC Hellertal Zeppenfeld bis 1935 seine Heimspiele austrug. Ebenso wie in Neunkirchen ging es auch in Zeppenfeld mit dem Fußballsport und dem Vereinsleben auf und ab. Das Jahr 1931 war für beide Vereine turbulent. Die Freier Grunder Spielvereinigung erhielt in Neunkirchen endlich den lang ersehnten Sportplatz, und zwar an der heutigen Gartenstraße (auf dem Grund des heutigen Postgebäudes). In Hand- und Spanndienst richtete man das Gelände gemeinsam mit den Handballern des Turnvereins her, die den Platz ebenfalls für ihre Heimspiele nutzen wollten. Die Gemeinde stellte das Material zur Verfügung, die Arbeiten wurden weitgehend von freiwilligen Vereinsmitgliedern erbracht. Bereits im September 1931 konnte der Platz eingeweiht werden und man konnte in den folgenden Jahren seine Heimspiele endlich auf dem eigenen Platz austragen. Die Zeppenfelder konnten im gleichen Jahr von der Haubergsgenossenschaft ein Gelände auf den Raßberg pachten, um ebenfalls einen angemessenen Sportplatz zu bauen. Hier sollte es allerdings bis zum Jahr 1935 dauern, bis der in Eigenleistung des Vereins gebaute Raßbergsportplatz fertig gestellt war. Am 17. Mai 1936 schließlich wurde der Platz offiziell mit einem großen Sportfest eingeweiht. (Heute stehen auf dem Gelände, das so viel Schweiß, Arbeit und Mühe der vielen freiwilligen Helfer gekostet hat Einfamilienhäuser. Dort, wo die Mittellinie verlief, befindet sich heute eine breite Asphaltstraße. Nichts erinnert mehr an die Sportstätte von früher. Aber das ist eine andere Geschichte, die sicher auch wert wäre, aufgeschrieben zu werden.) 1931 hatte der FC Hellertal Zeppenfeld eine Jugendmannschaft gegründet und die Meisterschaft der Gauklasse Betzdorf errungen. Doch dem sportlichen Erfolg folgte der kurzzeitige Niedergang. Einige Spieler verließen den Verein Richtung FSV Neunkirchen, und der Spielbetrieb musste vorübergehend eingestellt werden. Im Jahre 1932 änderte der Verein seinen Namen in „SV Hellertal Zeppenfeld“, da man die Aufnahme auch anderer Sportarten in das Vereinsleben plante. Der SV spielte ab Mitte der dreißiger Jahre in der neu genannten 2. Kreisklasse Süd, deren Meisterschaft die Zeppenfelder 1939 erringen konnte.
Die Neunkirchener Freier Grunder Spielvereinigung verpflichtete 1934 mit Hans Knorth den ersten (ehrenamtlichen) Trainer des Vereins, der zwischenzeitlich auch einmal den Vereinsvorsitz übernahm. Trotzdem gab es sportliche Rückschläge. So musste man in der Saison 1936/37 die erste Mannschaft wegen Mannschaftsschwierigkeiten vom Spielbetrieb zurückziehen. In dieser Zeit spielte nur die mittlerweile gegründete Jugendmannschaft. Sowohl auf den FSV Neunkirchen als auch auf den SV Hellertal Zeppenfeld fielen nun dunkle Schatten, ebenso wie auf alle anderen Bereiche der damaligen Welt: Das millionenfache Morden, das als zweiter Weltkrieg in die Geschichte eingehen sollte, stand bevor. Pfingsten 1939 veranstaltete der SV Zeppenfeld noch ein großes Turnier aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens, an dem unter anderen auch der FSV Neunkirchen teilnahm. Doch die sich häufenden Einzüge der Spieler zum Militär ließen einen regulären Spielbetrieb nicht mehr zu. Die Neunkirchener und Zeppenfelder Jugendmannschaften spielten noch eine Zeitlang, bis der Ausbruch des fürchterlichen und grausamen Krieges den Spielbetrieb und das Vereinsleben völlig zum Erliegen brachte.

Der Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg

Bereits 1945 nahm man in Neunkirchen und Zeppenfeld das Vereinsleben wieder auf. Dazu mussten die Vereine, so forderten es die Vorschriften der damaligen Besatzungsmächte, als „Zentralvereine“ neu gegründet werden. Es durfte also im Ort kein weiterer Verein gegründet werden, sondern der „Zentralverein“ musste entsprechende Unterabteilungen bilden. Die Neunkirchener Fußballer hießen nun „Freier Grunder Sportverein“ und sein Ziel war die „Pflege des Fußball- und Leichtathletiksportes für Senioren und Jugendliche auf unpolitischer und überkonfes­sioneller Grundlage“. Der erste Vorsitzende hieß Heinrich Lutter. Welcher Idealismus und welche Liebe zum Sport die Antriebsfedern waren, die den Neubeginn der Vereine in dieser schweren Zeit der Entbehrungen ermöglichten, ist heute kaum noch zu erahnen. Das erste Spiel des FSV Neunkirchen fand am Himmelfahrtstag 1945 auf der Schränke gegen Eisern statt. Man lief (!) auf die Eiserner Höhe, zog sich im Wald um (!) und schlug die Heimmannschaft mit 5:1. Dieses Spiel war der sportliche Neubeginn des FSV und folgende Spieler waren dabei: Otto Terkowski, Horst Theis, Ewald Seiler, Albert Baumgarten, Erwin Klein, Werner Judt, Willi Hans, Hermann Weber, Ulli Wingenroth, Hans Meyer, Alfred Abraham und Otto Reiffenrath. In Zeppenfeld wurde ebenfalls unter der Leitung von R. Grisse eine junge, aber spielstarke Mannschaft des SV Hellertal Zeppenfeld aufgebaut. Im ersten Jahr nach der Neugründung verpasste man sogar nur knapp die Bezirksklassen-Meisterschaft, als die junge Zeppenfelder Mannschaft erst im Entscheidungsspiel gegen Hilchenbach unterlag. Doch wieder gab es nach diesen sportlichen Erfolgen Rückschläge durch Disharmonien zwischen Mannschaft und Vereinsführung, Verletzungen, beruflich bedingten Abgängen und Abwanderungen von Spielern zur Spielvereinigung Altenseelbach. Bereits 1946 entschloss sich der SV Hellertal Zeppenfeld deshalb zu einer Fusion mit dem FSV Neunkirchen, diese Fusion wurde auch beschlossen und der Beschluss protokolliert. Allerdings scheint der damalige Zusammenschluss nicht von langer Dauer gewesen sein, denn bereits am 22.1.1947 nahm der SV Hellertal Zeppenfeld seine Arbeit wieder auf, Richard Grisse wurde wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt und die nach Neunkirchen und Altenseelbach gewechselten Spieler kehrten zurück. Die Zeppenfelder stiegen wieder in die 1. Kreisklasse auf, in der die Mannschaft bis 1954 verblieb.
In Neunkirchen wurde trotz der Tatsache, dass man wieder ohne eigenen Sportplatz dastand und die Heimspiele meist in Altenseelbach austragen musste, erfolgreich Fußball gespielt. Der mit viel Mühe und Fleiß errichtete Fußballplatz an der Gartenstraße war mit Schutt und den Überresten des Krieges zugeschüttet und nicht mehr nutzbar. Aber der FSV wurde im Frühjahr 1946, nachdem er in der Heimatgruppe ungeschlagen war, in die damals höchste Spielklasse des Kreises, die Kreisliga Siegerland, eingereiht. Nun traf man auf Gegner wie Sportfreunde Jahn Siegen oder SuS Niederschelden. Letztere konnte man gleich im ersten Spiel der Meisterschaftsrunde auf des Gegners Platz mit 3:1 schlagen, nachdem man sich zu Fuß auf den Weg zu dem ersten Auswärtsspiel gemacht hatte. Glücklich über den Sieg ging man dann über die Eiserfelder und Salchendorfer Höhen wieder nach Hause. Doch das Gastspiel in dieser Liga dauerte nicht lange. Bereits Ende 1946 spielte man im Freien Grund wieder unter sich. Die zeitlichen und vor allem finanziellen Belastungen des Vereines ließen die weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen, oft bis ins Sauerland, nicht mehr zu. Die gegnerischen Plätze waren zu Fuß nicht mehr zu erreichen, deshalb wurde die Mannschaft oft per LKW ( der örtlichen Firmen L. W. Petri, Paul Kretzer oder Kurt Schneider) zu den Auswärtsspielen gefahren. Diese Fahrten auf der meist offenen (!) Ladefläche waren besonders im Winter sicher kein Zuckerschlecken. Nachdem sich die Mannschaft des FSV Neunkirchen in der internen Meisterschaftsrunde 1946 qualifizierte, stieg sie gemeinsam mit Altenseelbach und Salchendorf in die Bezirksklasse auf, in der die Mannschaft bis 1953 spielte. In diese Zeit fällt wohl die bisher spielerisch erfolgreichste Phase des Vereins. Auch wurde endlich ein neuer Sportplatz gebaut. Auf der Au begann 1952 die Gemeinde Neunkirchen, gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern des FSV, mit dem Bau der Sportstätte. Schon Ende 1952 konnten die ersten Spiele auf dem neuen Platz stattfinden, der heute noch das Zentrum der fußballerischen Aktivitäten der heutigen SG Hellertal Neunkirchen/Zeppenfeld ist. In den Jahren nach dem Krieg wurden auch Freundschaftsspiele gegen prominente und spielstarke Mannschaften durchgeführt. So gab zum Beispiel Kickers Offenbach auf dem Ziegeleisportplatz in Altenseelbach gegen den FSV seine Visitenkarte ab, und die SV Erkenschwick spielte mit einigen Nationalspielern gegen den Bezirksligisten. Das Spiel ging mit 0:13 verloren, aber das Ergebnis tat der Begeisterung für dieses Ereignis keinen Abbruch. 1951 war der FSV sogar die letzte Bezirksligamannschaft im WFV-Pokal und schied erst gegen die mittlerweile in der Amateur-Oberliga spielenden Niederscheldener aus. 1953 dann der Abstieg in die 1. Kreisklasse, die Bezirksliga konnte danach nie mehr erreicht werden. Im Gegenteil, einmal musste der Verein sogar in die 2. Kreisklasse absteigen, nach dem Wiederaufstieg hielt man sich einige Jahre in der 1. Kreisklasse. 1961 stieg der FSV wieder in die 2. Kreisklasse ab und sollte sie bis zur Fusion mit dem SV Hellertal Zeppenfeld nicht mehr verlassen.
Auch der SV Hellertal Zeppenfeld konnte nur bis 1954 sportliche Erfolge vorweisen. Dann musste mangels Spieler sogar der Spielbetrieb der Seniorenmannschaft bis 1958 eingestellt werden. Nur die Jugendmannschaft spielte noch bis zum Jahr 1956. Erst 1958 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen, nachdem einige abgewanderte Spieler zurückkamen und die Jugendspieler, die bis 1956 in der Jugendmannschaft des SV spielten, in der Seniorenmannschaft spielen durften. Bis zur Fusion mit dem FSV Neunkirchen im Jahr 1972 gab es jedoch keine großen sportlichen Erfolge mehr, die höchste Spielklasse, die erreicht wurde war die 1. Kreisklasse. Im Fusionsjahr 1972 belegte der SV Hellertal Zeppenfeld in der Abschlusstabelle der 2. Kreisklasse sogar nur einen Abstiegsplatz.
Ab Mitte der 60er Jahre begann der Verein, kontinuierlich und planvoll Jugendarbeit zu betreiben. Als „Pioniere“ der Jugendabteilung des SV Hellertal Zeppenfeld seien hier Lehrer Locher, Erich Offermanns, Günter Thielecke und Horst Schaub genannt, die mit anderen den Grundstein für eine der erfolgreichsten Jugendabteilungen im weiten Umkreis legten. Schon 1965 konnten über 30 Jugendliche zum Spielbetrieb gemeldet werden, und ein Jahr später stieg die A-Jugend in die Kreisleistungsklasse auf. Auch der FSV Neunkirchen baute ab 1968 eine starke Jugendabteilung auf. Stellvertretend für alle anderen, die diese Entwicklung mitgetragen haben seien hier die Sportkameraden Lothar Müller, Arno Sander und Günter Henrichs genannt. In der Tat hat die Fusion der beiden Vereine durch die Zusammenlegung der beiden engagierten Jugendabteilungen zu einer erfolgreichen Jugendarbeit geführt, die über die Grenzen des Siegerlandes hinaus anerkannt wurde und wird.

Die Geschichte der SG Hellertal Neunkirchen

Bereits 1971 gab es konkrete Pläne der Verantwortlichen des SV Hellertal Zeppenfeld und des FSV Neunkirchen, durch eine Fusion die Kräfte beider Vereine zu bündeln und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Eine Mitgliederversammlung des SV Hellertal verhinderte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch den Zusammenschluss. Grund dafür war ein Fusionsangebot des Nachbarvereins Borussia Salchendorf, über das nach Meinung der Mitglieder ebenfalls verhandelt werden sollte. Diese Verhandlungen verliefen jedoch nicht erfolgreich, und auch die Saison 1971/72 verlief sowohl für Neunkirchen als auch für Zeppenfeld recht erfolglos. Der SV Hellertal Zeppenfeld wäre sogar in die 3. Kreisklasse abgestiegen. Nach weiteren Verhandlungen der Vorstände beider Vereine war es dann am 2. Juni 1972 soweit: In zeitgleich stattfindenden Mitgliederversammlungen beider Vereine wurden die Fusion und die gleichzeitigen Auflösungen der Vorgängervereine beschlossen. Der Name des neuen Vereins, der ab der Saison 1972/73 die Fußballgeschichte der ehemaligen Konkurrenten aus Neunkirchen und Zeppenfeld vereinte, sollte „SG Hellertal Neunkirchen e.V.“ lauten. Als Vereinsfarben wurde festgelegt Gelb/Schwarz und alternativ Grün/Weiß. Am 29.7.1972 wurde in der ersten Mitgliederversammlung des neuen Vereins der erste Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Sigurt Röder, 2. Vorsitzender: Andreas Kraus, 1. Geschäftsführer: Erich Offermanns, 2. Geschäftsführer: Karl-Heinz Grau, Hauptkassierer: Hans Petri, Ortskassierer: Friedrich Stolz und Helmut Berg, Spielausschuss: Gerhard Lemler, Wolfgang Vieweger, Karl-Heinz Lieber, Eckhart Koschate, 1. Jugendleiter: Günter Henrichs, 2. Jugendleiter: Horst Schaub, Sozialwart: Karl-Heinz Grau, Beisitzer: Manfred Vieweger, Arno Sander, Karl-Fred Meyer, Ernst-Otto Späth. Zudem wurden Walter Henrichs, Horst Reuter, Otto Häbel, Günter Gudelius und Alfred Riedel in den Ehrenrat gewählt.

Sportlich waren die ersten Jahre nach der Fusion eine „Berg- und Talbahn“. Für die erste Saison 1972/73 meldete man zwei Seniorenmannschaften zum Spielbetrieb an. Bereits im folgenden Jahr konnte die erste Mannschaft, auch bedingt durch einige starke Neuzugänge, die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse Süd erringen und in die 1. Kreisklasse aufsteigen. Bis 1982 stieg die erste Mannschaft nicht weniger als drei Mal auf und zweimal ab, pendelte zwischen Kreisliga A und Kreisliga B hin und her. Aus der Saison 1974/75 ist der Pokalwettbewerb zu erwähnen, immerhin konnte die Mannschaft bis in die 2. westfälische Hauptrunde vordringen und scheiterte erst dort durch eine 0:5-Niederlage gegen den damaligen Amateur-Oberligisten Sportfreunde Siegen. Ähnlich „wechselhaft“ zeigt sich im Rückblick die „Zweite Welle“ der SGH. Von der Saison 1972/73 bis 2001/02, also in 30 Jahren gab es 14 (!) Auf- und Abstiege zwischen den Kreisligen B und C. Allerdings dabei ein freiwilliger Abstieg 1976, als die erste Mannschaft den Weg in die B-Liga antreten musste, in der die „Zweite“ in der gleichen Saison einen sicheren 9. Tabellenplatz belegt hatte.

1977 fasste die SG Hellertal einen Beschluss, dessen Verwirklichung Schlagzeilen machen sollte. Der Verein hatte schon 1973 eine Trainingsbeleuchtung, bestehend aus zwei Holzmasten mit zwei Flutlichtstrahlern in Eigenregie installiert. Da dies den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügte, baute der Verein in Eigenleistung und auf eigene Rechnung eine Flutlichtanlage auf dem Sportplatz auf der Au, bestehend aus 6 Metallmasten und 8 Strahlern. Die „Westfälische Rundschau“ schrieb damals (6.9.1977), über den Bau, sie sei die einzige Flutlichtanlage in Südwestfalen, die in Eigenleistung erstellt wurde. Maßgeblichen Anteil an dieser Leistung hatte neben einigen anderen sicherlich Sportkamerad Hans Specht, der als Geschäftsführer und Bauleiter die Maßnahme vorantrieb und erfolgreich beendete.

Kurios endete die sportliche Saison 1979/80. Wieder einmal musste die 1. Mannschaft den Abstieg in die B-Kreisliga antreten, doch die 2. Mannschaft stieg im gleichen Jahr aus der C-Kreisliga auf und spielte gemeinsam mit der „Ersten“ in einer Klasse. Auch in der folgenden Saison spielten beide Mannschaften in der B-Liga, bis 1982 die erste Mannschaft in die A-Kreisklasse aufstieg und diese Klasse bis zum Jubiläumsjahr nicht mehr verließ.
Zwischen 1983 und 1996 hatte die SGH so viele aktive Spieler, dass sogar eine dritte Mannschaft gemeldet wurde. Diese spielte in der Kreisliga C, ihr größter Erfolg war in der Saison 83/84 ein 4. Platz mit 31:17 Punkten und 47:33 Toren. Doch auch weniger erfolgreiche Jahre taten der Begeisterung der „Dritten“ keinen Abbruch, der Legende nach spielte diese Mannschaft ihre Stärke immer in der „dritten Halbzeit“ aus. Das schlug sich zwar nicht in sportlichen Erfolgen nieder, doch der Spaßfaktor war meistens hoch. Bis zur Saison 97/98 war die 3. Welle der SG aktiv, dann konnte mangels aktiver Spieler keine „3. Welle“ mehr gemeldet werden.
1981 wollte der Verein mit der Gründung einer Damenmannschaft ein neues Fußball-Kapitel im Hellertal aufschlagen. In der Saison 1982/83 wurden die Mädels sogar Kreisliga-Meister und stiegen in die Damen-Bezirksliga auf. Doch nach den anfänglichen Erfolgen musste wenige Jahre später mangels aktiver Spielerinnen die Abteilung Damenfußball leider wieder aufgelöst werden.

Ein Highlight in der Vereinsgeschichte war Ende der siebziger Jahre sicher auch der Bau des vereinseigenen Sportheimes am Sportplatz auf der Au. Begonnen 1978 dauerte die Fertigstellung beinahe 4 Jahre, doch wurde auch dieses Projekt beinahe ausschließlich in Eigenleistung von Vereinsmitgliedern gemeistert. Die Zielstrebigkeit und der Fleiß der damaligen Helfer kann auch heute noch Vorbild sein für Aufgaben und Maßnahmen, die unüberwindlich scheinen. Und die doch bewältigt werden, wenn alle Vereinsmitglieder an einem Strang ziehen und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Nun hatte der Verein auch ein „Heim“, ein Treffpunkt für alle Vereinsmitglieder. In den ersten Jahren wurde das Sportheim noch von ehrenamtlichen Helfern mit viel Engagement und Eifer bewirtschaftet. Dann wurde die Bewirtschaftung in professionelle Hände übergeben und verpachtet.

75-jähriges Jubiläum der SG Hellertal

Das Jahr 1982 stand ganz im Zeichen des 75. Geburtstages des Vereines. Die Festwoche vom 24.4. bis 2.5. war gespickt mit sportlichen und festlichen Veranstaltungen, mit Jugendturnieren, Spielen der Seniorenmannschaften, „Tanz in den Mai“ und Frühschoppen. Höhepunkt war jedoch zweifelsohne ein Freundschaftsspiel der SG Hellertal –allerdings verstärkt mit einigen Spielern der Sportfreunde Siegen- gegen die „Knappen“ aus dem Ruhrgebiet, FC Schalke 04, die damals in der 2. Bundesliga spielten. Dieses Spiel brachte wohl beiden Mannschaften Glück, denn nicht nur die SG stieg in diesem Jahr in die nächst höhere Spielklasse auf, sondern auch der FC Schalke 04 konnte die Meisterschaft in der 2. Bundesliga erringen und im folgenden Jahr wieder in der ersten Profiklasse spielen. Das Ergebnis von 1:5 aus Neunkirchener Sicht war nicht von großer Bedeutung nach diesem Spiel. Doch die Feststellung, gegen einen Profiverein halbwegs mitgehalten, und durch „Billy“ Sanden sogar das 1:0 erzielt zu haben, begeisterte nicht nur alle Aktiven und Zuschauer, sondern wurde auch anschließend von der Presse groß aufgegriffen.

Seit 25 Jahren in der A-Kreisliga

Ein „kleines“ Jubiläum kann in diesem Jahr auch unsere 1. Mannschaft feiern: Seit dem Jubiläumsjahr 1982, also seit genau 25 Jahren, spielt sie in der A-Kreisliga, der früheren 1. Kreisklasse. Trotzdem hatte das sportliche Aushängeschild in dieser Zeit Höhen und Tiefen zu durchleben, und durchlebt sie noch immer. Ein Höhepunkt in dieser Zeit war zweifellos das Pokalspieljahr 1987, als die Mannschaft sensationell in einem begeisternden Spiel auf der Au den Verbandsligisten TuS Iserlohn aus dem Wettbewerb warf. Dreimal verpasste man in dieser Zeit den Aufstieg in die Bezirksklasse nur knapp in der Saison 90/91, 96/97 und 2004/2005, als man jeweils den 3. Tabellenplatz erreichte. Doch auch das „Abstiegsgespenst“ ging um in den Jahren 1984/85, 1986/87 und 2003/04, in denen nicht mehr als Platz 12 erreicht werden konnte.
Die zweite Mannschaft entwickelte sich zur „Fahrstuhlmannschaft“, nicht weniger als 14 Auf- und Abstiege hat die Mannschaft seit 1972 erlebt. Seit dem Abstieg in der Saison 1982/83 in die C-Kreisliga konnte jeder weitere Abstieg (1986/87, 1990/91, 1994/95, und 1998/99) mit dem sofortigen Wiederaufstieg in der jeweils nächsten Saison beantwortet werden. Der Abstieg im Jahre 2001 hat allerdings bis heute Bestand. Die 2. Welle spielt in der C-Liga zwar immer ganz oben in der Spitzengruppe mit, doch zum Wiederaufstieg hat es (bislang) noch nicht geklappt.

Starke Jugendarbeit

Die bereits erwähnte starke Jugendarbeit der beiden Vereine SV Hellertal Zeppenfeld und FSV Neunkirchen wurde nach der Fusion nicht nur fortgesetzt, sondern noch verstärkt. Seit den 70er und 80er Jahren sind das Engagement der Jugendabteilung und der Einsatz der SGH für den Fußballnachwuchs im weiten Umkreis bekannt und anerkannt. Auch heute noch bieten wir allen Kindern und Jugendlichen von den Bambinis bis zur A-Jugend die Möglichkeit, organisierten Fußball zu spielen. 10 Jugendmannschaften hat der Verein gemeldet (Stand Ende 2006), in der heutigen Zeit ist das für einen Fußballverein schon eine Ausnahme und unterstreicht eindrucksvoll das Bemühen um eine sportlich aktive Jugend. Unsere A-Jugend spielt zur Zeit in der Kreisliga, und damit in der höchsten Siegerländer Jugendklasse und knüpft an die starken Zeiten Ende der 70er und die 80er Jahre an, als die A-jugendlichen 1980 sogar in der Bezirksliga spielten und 1982 Kreispokalsieger wurden. Aber auch die „jungen Jahrgänge“ sind mit Eifer und sportlichem Ehrgeiz aktiv und werden von den engagierten ehrenamtlichen Trainern und Betreuern ausgebildet. Denen gilt ein besonderer Dank, denn ohne Menschen wie diese ist ein Verein wie unserer auf Dauer nicht überlebensfähig. Dass die SGH in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag feiern kann, hat sie nicht zuletzt seit der Gründung der Vorgängervereine diesen ehrenamtlich und selbstlos handelnden Menschen zu verdanken, die in der Erinnerung der Mitglieder unvergessen bleiben.

Es gibt ein Leben neben dem Fußball

Neben den sportlichen Aktivitäten hat die SGH auch das Feiern und die Geselligkeit gepflegt, nicht nur bei Weihnachtsfeiern, Jugendveranstaltungen oder Saisonabschlussfahrten der aktiven Fußballer. Gemeinsame Mitglieder-Reisen in den 80er Jahren, zum Beispiel an den Gardasee, förderten das Gemeinschaftsgefühl zwischen jung und alt, zwischen aktiven und passiven Mitgliedern. Unvergessen sind auch die Feiern zum „Tanz in den Mai“. Im Jubiläumsjahr 1982 fand die Veranstaltung noch in der Aula auf dem Raßberg statt. In späteren Jahren wurde ein großes Zelt auf der Au aufgebaut, damit die vielen Mitglieder und Gäste bis in die frühen Morgenstunden unter den Klängen der legendären „Seiser“ aus Südtirol mit Tanz und Stimmung den Mai begrüßen konnten. Seit 2003 präsentieren wir in jedem März für ein eher junges Publikum in der Aula die „Krombacher Rock Night“. Schon bei der 1. Rock Night am 22.3.2003 war die Resonanz mit über 700 meist jungen Gästen überwältigend gut.
2004 wurde es am 27. Juli international auf dem Sportplatz auf der Au. An den Fahnenmasten zeugten die deutsche und die brasilianische Fahne von einer internationalen Sportbegegnung. Die Nationalhymnen von Deutschland und Brasilien wurden vor dem Fußballspiel gespielt und erzeugten bei den jungen Neunkirchener Fußballern sicher eine Gänsehaut. Mit dem 1. KFC Diadema Sao Paolo war eine brasilianische Mannschaft zu Gast, die nicht nur für einen guten Zweck spielte, nämlich die Unterstützung der Jugendarbeit in den Slums der südamerikanischen Millionenmetropole, sondern auch typisch brasilianischen Ballzauber zelebrierte. Vor dem Spiel führten die sehr sympathischen Südamerikaner auf dem Sportplatz in Neunkirchen ein Showtraining durch und waren sich nicht zu schade, den begeisterten SG Hellertal-Jugendspielern den einen oder anderen Trick zu zeigen. Im Spiel schließlich hatten die Spieler unserer 1. Mannschaft unter ihrem Trainer Ralf Stein trotz gutem und engagierten Spiel der fast perfekten brasilianischen Spielkultur wenig entgegenzusetzen und verloren mit 1:9. Doch das Ergebnis war zweitrangig, der Spaß, die Spielfreude und der gute Zweck standen eindeutig im Vordergrund dieser Sportbegegnung.

Wie es weiter geht

Im hundertsten Jahr ihres Bestehens liegen wieder große Aufgaben und Arbeiten vor der SGH Neunkirchen / Zeppenfeld. Der seit Anfang der fünfziger Jahre bestehende „ehrwürdige“ Sportplatz auf der Au soll ein neues Gesicht bekommen. Der Tennenbelag wird durch eine neue Oberfläche aus modernem Kunstrasen ersetzt. Die so genannten „Ascheplätze“ mit ihren ungesunden, im Sommer staubigen und oft knochenharten, bei nassem Wetter matschigen und morastigen Spielflächen gehören auch im Siegerland zu einer aussterbenden Art. In vielen Gegenden Deutschlands sucht man bereits seit Jahren solche Hartplätze vergebens, Naturrasen -oder eben Kunstrasen- ist mittlerweile Standard. Auch die SGH wird ihren Sportplatz mit Hilfe ihrer Mitglieder, der Gemeinde Neunkirchen und vielen Freunden und Helfern erneuern. Das ist sie nicht nur den aktiven Spielern der Seniorenmannschaften und der „Altherren“-Mannschaft schuldig, sondern ganz besonders den vielen, vielen Jugendlichen in den zur Zeit 11 Jugendmannschaften, die die Zukunft unseres Vereins bedeuten. Die Investition in die neue Sportarena ist deshalb eine Investition in die Zukunft der SG Hellertal Neunkirchen / Zeppenfeld, in den Beginn der nächsten 100 Jahre, ganz in der Tradition derer, die diesen Verein gründeten, führten, mit Leben füllten und die, die dies immer noch tun.